Allgemeines zu 2C-D
2C-D, aka 4-Methyl-2,5-dimethoxyphenethylamin / 2C-M / LE-25 ist ein psychedelisches Phenethylamin.
Chemisch gesehen hat es die klassische 2C Struktur (also ein Phenethylamin mit Methoxy Gruppe an der 2. & 5. Position des Benzol Rings).
An der 4. Position hat es eine Methyl-Gruppe.

Geschichte von 2C-D
2C-D ist das zweite 2C-X, das entdeckt wurde. Nach 2C-O / 2C-MeO, welches bereits 1931 beschrieben wurde, allerdins wohl nicht psychedelisch ist.
Wie bei so vielen anderen Psychedelika ist Sasha Shulgin der este, der 2C-D testete.
Er begann bereits 1964 mit ersten Experimenten. Darüber lesen kann man in Shulgins Lab Notebooks.
In der wissenschaftlichen Literatur wurde 2C-D zuerst von Forschern des Texas Research Institute veröffentlicht. Das war 1970. Sie testeten 2C-D, DOM, Meskalin und weitere Analoga an Tieren.
1975 publizierte dann auch Alexander Shulgin eine Studie. Diese heißt „Centrally active phenethylamines“ und besteht aus niedrigdosierten experimenteller Gabe von 2C-D und 2C-B an Menschen.
Auch in Deutschland wurde an dieser Substanz geforscht.
Der Psychiater Hans-Carl Leuner und seine Kollegen nutzten 2C-D fuer psycholytische Therapie.
Er und sein Team gaben der Substanz den Namen LE-25.
Mitte der 80er berichtete er von seinen Erfahrungen mit der psychedelischen Therapie mit 2C-D, 4-HO-DET und anderen Psychedelika.
Leuner bevorzugte 2C-D gegenüber LSD, da der Zustand des Patienten klarer sei. Es wurden dabei erstaunlich hohe Dosierungen verwendet – scheinbar bis zu 200mg!
Es erschien ein Buch über Leuner und seine Therapie im Nachtschatten Verlag.
Torsten Passie, Michael Schlichting und Ralf Bolle – Psycholytische Therapie nach Hans-Carl Leuner.
Der nächste Meilenstein fand 1990 statt. Da veröffentlichte Darrell Lamair unter dem Pseudonym Hosteen Nez eine Broschüre namens „Certain Exotic Transmitters as Smart Pills“ – die man auf Erowid lesen kann.
Es geht darin hauptsächlich um die Verwendung von geringen Dosierungen 2C-D als Nootropikum / Smart Drug.
Laut dieser Broschüre sollen 5-10mg 2C-D die Lern- und Konzentrationfaehigkeit massiv verbessern.
Enthalten sind viele kurze Erfahrungsberichte dazu.
Leider gibt es bislang keine klinische Forschung zur Verwendung als Gehirndopingmittel. Ob diese Substanz also tatsächlich nootropisch wirkt, ist unklar.
1991 kam PiHKAL, das Standardwerk von Ann & Sasha Shulgin heraus.
Darin wird die Synthese beschrieben, ebenso wie Tripberichte und Dosisangaben.
Darin wird der Begriff „Pharmacological Tofu“ für 2C-D geprägt.
Anfang der 2000er wurde 2C-D auf Research Chemical Seiten als Legal High verkauft.
Schweden illegalisierte es bereits 2005, die USA 2012, China 2015.
Nach dem Verbot in China war es kaum mehr auf dem Markt. 2024 / 2025 wurde es in den Niederlanden in Form von 10mg Pillen und höher dosierten Kapseln verkauft.
Mit dem Niederländischen Neue Psychoaktive Stoffe Gesetz wurden dort 2025 alle Phenethylamine illegalisiert.
Damit auch 2C-D, welches seither wohl nicht mehr auf dem Markt ist.
Auf Erowid erschien der erste Tripbericht im Jahr 2000, auf Bluelight begann die Diskussion über diese Droge 2003.
Aktuell scheint die Substanz nur noch sehr selten konsumiert zu werden. Hin und wieder werden noch Berichte gepostet.
2C-D Dosis & Wirkung
Generell wird 2C-D als eher mildes, anfängerfreundliches Psychedelikum angesehen.
Die meisten Konsumenten scheinen es zu mögen.
Geringe Dosierungen sollen nootropisch wirken, die Kreaitivitaet steigern.
Meist wird von Minidosing, nicht von Microdosing berichtet.
Bei geringen Dosierungen ist es meist recht mild und gedanklich eher neutral.
Es wird in diesem Dosisbereich oft für Partys und soziale Ereignisse verwendet.
2C-D ist vergleichbar mit 2C-B und Meskalin. Es wirkt meist milder / neutraler als 2C-B. Daher gilt es als gutes Einsteigerpsychedelikum.
Natürlich kann 2C-D dennoch stark psychedelisch wirken. Es darf nicht unterschätzt werden.
Shulgins Kosenamen „Pharmacological Tofu“ deutet darauf hin, dass die Substanz recht neutral ist. Sie kann gut kombiniert und in verschiedenen Umständen eingesetzt werden.
Dosis
5-10mg: Leichte Effekte. Potentiell nootropisch. Subtil. Leicht verstärkte Farbwahrnehmung. Verstärkung des Tastsinns.
10-25mg: Leichte bis mittlere psychedelische Effekte.
25-50mg: Mittlere bis starke Effekte. Tief psychedelisch.
50-100mg: Sehr Starke Effekte.
Bei nasalem & rektalem Konsum sollte die Dosis um 50% reduziert werden! Bei diesen Konsumformen wirkt es etwa doppelt so stark!
2C-EF Nebenwirkungen & Risiken
Da es eine recht unerforschte neue psychoaktive Substanz ist, kann es unbekannte Risiken und Nebenwirkungen geben.
Vom Konsum ist daher abzuraten, wenn ihr nicht Versuchskaninchen spielen wollt.
Ansonsten gelten die generellen Risiken und Nebenwirkungen von Psychedelika auch hier.
Also die Gefahr einer drogeninduzierten Psychose und dem Auslösen einer Schizophrenie bei Menschen, die bereits eine latente Psychose haben.
Hierzu ist zu sagen, dass die Häufigkeit von Schizophrenie & Psychosen in der allgemeinen Population nicht geringer ist als bei Menschen, die Psychedelika konsumierten. Scheinbar sind die Psychedelika also eher nicht ursächlich, sondern dienen nur als Stress, welcher eine bereits bestehende Psychose hervor holen kann.
Außerdem kann der Trip emotional sehr aufreibend sein.
Psychedelika sind tiefenpsychologische Werkzeuge, die Dinge aus dem Unbewussten (bzw. dem Unterbewusstsein) hervor bringen können.
Das kann zu Angst oder gar Panik führen.
Extrem wichtig ist Set, Setting & Dosis.
Die Substanz sollte nur in einem sicheren Umfeld, bei guter Stimmung, mit vertrauten Menschen konsumiert werden.
Die Dosis sollte genau abgewogen (bzw. volumetrisch gemessen) werden.
Ein nüchterner Tripsitter, der erfahren mit Psychedelika ist, ist sehr sinnvoll. Dieser kann helfen, falls es zu einem Notfall kommt.
Der Bodyload wird meist als mild empfunden. 2C-D gilt als nebenwirkungsärmer als die meisten anderen 2Cs.
Es kann zu Übelkeit kommen, gerade beim Hochkommen / am Anfang des Trips.
Schlaflosigkeit kann durchaus über 15 Stunden nach Einnahme noch bestehen, weswegen die Substanz eher morgens eingenommen werden sollte.
2C-D Wirkzeit
Bei oralem Konsum ist der Wirkeintritt nach etwa 30-60min.
3-5h Hauptwirkung, danach Nachwirkungen.
Bei nasalem Konsum tritt die Wirkung deutlich schneller ein – etwa nach 5-30 Minuten. Sie hält etwa 1-2 Stunden kürzer an.
Bei rektalem Konsum tritt die Wirkung nach 20-60 Minuten ein und hält ähnlich lang an wie bei oralem Konsum.
2C-D Rechtslage
In Deutschland unterliegt 2C-D dem BtMG und ist damit illegal.
Seit Oktober 2025 ist es in den Niederlanden ebenfalls illegal (auch unter einem Neue Psychoaktive Stoffe Gesetz).
Siehe hierzu die Rauschkultur Podcast Folge zum Research Chemical Verbot in NL.
Mischkonsum
- Empathogene + 2C-D – Wird gerne kombiniert.
Kann verstärken, evtl. Leichter Psychosen auslösen, überfordernd sein, für Verwirrung & Kreislaufbelastung sorgen. - Stimulanzien + 2C-D – Schnell psychotisch. Bad Trips möglich. Keine gute Idee.
- Benzos + 2C-D – Reduziert Angstgefühle, schwächt den Trip ab. Baut Hemmungen ab.
